Der Tag an dem ein Schlagzeug bei uns einzog

Da ist es: Ein schwarzes, glänzendes, riesiges Schlagzeug!

Gut, dass wir einen Kellerraum als weiteren Gästebereich ausgebaut haben. Nur dass dieser Gast vermutlich nicht mehr so schnell wieder ausziehen wird.

Drei Jahre hat unser Großer gebraucht, uns davon zu überzeugen, dass genau dieses Instrument das Richtige für ihn ist. Drei Jahre musikalische Früherziehung und nach jedem Jahr wieder die Frage: Kann ich jetzt Schlagzeug lernen??? Mit keinem anderen Instrument konnten wir punkten. Der Papa hat versucht ihm eine Gitarre schmackhaft zu machen. Nur mit Gitarre wäre „Mann“ ein Held am Lagerfeuer und bekommt alle Mädchen… Naja, das hätte er sich früher wohl selber gern gewünscht …?!?! Nur leider ist unser Papa der so ziemlich unmusikalischste Mensch den ich kenne… Auch der klare Vorteil einer Gitarre, dass man sie immer schneller mitnehmen kann ohne einen Kleinbus anmieten zu müssen lässt unseren Sohn kalt. „Dann kauf ich mir halt noch ein Cajon!“, war seine Antwort.

Tja, was sollten wir da noch sagen. Jetzt haben wir uns damit abgefunden und sammeln unentwegt Eierpaletten, um die Wände zu dämmen. Nein, wir warten erst mal ab und entscheiden spätestens nach der ersten Beschwerde der Nachbarn, mit was die Wände verkleidet werden müssen, damit nebenan niemand aus dem Bett fallen kann! Unsere direkten Nachbarn haben da übrigens mein größtes Mitgefühl. Das Schlagzeug ist nämlich nur von einem Nachbarn weiter zu uns umgezogen… d.h. erst hatten sie die Beschallung von links und jetzt von rechts! Die Armen!

 

An dem Tag des Einzuges war die Aufregung groß. Schon beim Frühstück war die Stimmung im Vergleich zu anderen Tagen sehr überdreht. Nur blöd, dass der Große erst noch zur Schule musste. Ich hatte extra den letzten Schultag vor den Sommerferien ausgewählt. So brauchte er nicht auch noch einen langen Schultag überstehen und konnte sich noch vor dem Mittagsessen wieder dem Kellerraum widmen, der ja erst noch aufgeräumt werden musste. Wir warteten nur noch darauf, dass die bisherigen Schlagzeugeigentümer endlich zuhause waren… Beim ersten Klingeln keiner da… Die Nervosität nahm schlagartig zu. Vom Kinderzimmerfenster kann er die Strasse beobachten und war aus der Fensterbank nicht weg zu kriegen. Endlich war es dann soweit. Jede einzelne Trommel inklusive verschiedener Becken, Hi-Hat und Base Drum wurden einzeln von einem Hauseingang in den anderen getragen. Letztlich sogar noch der passende Hocker und Notenständer. Eigentlich recht praktisch, keine Transportkosten und kein langes Ab- und Aufbauen! Schnell war unser Kellerraum voll und der extra dafür ausgerollte Teppich hatte zwei neue Funktionen – Antirutsch und Schalldämpfer!

So stolz und glücklich hatte ich unseren Großen schon lange nicht mehr gesehen. Jetzt fehlte nur noch Eines … und zwar das Wichtigste für einen Schlagzeuger: die Sticks!!!

Eigentlich hätten sie auch mit dabei sein sollen, aber da es wohl wichtig ist, dass sie genau auf den Schlagzeuger angepasst werden, brauchten wir neue. Es war noch früher Nachmittag. Also alle Kinder ins Auto und ab in das Musikgeschäft im Nachbarort. Kurzes Betrachten der Arme, ein schneller Händedruck und schon war mein Sohn Besitzer seiner ersten Sticks!

Jetzt schnell nach Hause und los ging es.

Den Rest des Tages verbrachte er in seinem neuen Proberaum! Nur zum Abendessen kam er kurz raus um danach noch einmal zu verschwinden.

Ich glaube es war die richtige Entscheidung, denn das, was ich bisher hören konnte, ist gar nicht so übel. Man erkennt einen Rhythmus und Hände und Füße scheinen nicht gegeneinander zu spielen, sondern miteinander. Nach den Sommerferien beginnt der Unterricht und ich bin gespannt, wie er sich machen wird.

Ich wünsche ihm jedenfalls Spaß und Ausdauer bei seinem neuen Hobby. Unsere volle Unterstützung hat er auf jeden Fall!

Wer weiß, vielleicht wird er ja mal ein zweiter Phil Collins…

 

Und sollte er es sich doch noch einmal anders überlegen, kann er sich immer noch für ein Keyboard, eine Gitarre oder ein Akkordeon entscheiden, die alle schon vor langer Zeit bei uns eingezogen sind 😉

 

Sicherlich werde ich noch den ein oder anderen Blog über seine weitere Schlagzeugerkarriere schreiben. Spätestens nach seinem ersten großen Auftritt. Versprochen!

Sein Ziel ist übrigens die Olympiahalle in München…

 

 

Liebe Grüße

Eure frau_fietje 🙂

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